Bauernhof

11.04.2018 - Dietmar Hopfgartner

Besuch auf dem Biobauernhof der Familie Vogel

Montag, 19. März

Übermorgen ist Frühlingsbeginn und doch hat es noch einmal geschneit. 7 Uhr 30 morgens ist es noch ziemlich kalt, das Thermometer zeigt 4 Grad minus und es geht ein leichter Nordwind.

Die Schüler der Klasse 5a sammeln sich im Zwischenbau an den Tischtennisplatten. Beinahe alle haben warme und robuste Kleidung an, einige werden sicher frieren. Wir gehen heute nach Eberhardsweiler zum Biobauernhof Vogel. Dort wollen wir einen kleinen Einblick in die Arbeit am Hof und die Tierhaltung bekommen.

Nachdem alle eingetrudelt sind, begrüßen wir einander und marschieren gemeinsam los Richtung Eberhardsweiler. Vorbei an der Bürgfeldschule geht es die Treppen hinunter über die Straße zur Leine und auf der anderen Seite wieder hinauf auf die Äcker. Dort oben sieht man bereits die ersten Stallungen und Höfe.

Am Hof der Familie Vogel angekommen, müssen wir erst mal warten, denn um die Zeit haben die Landwirte bereits das erste Mal die Tiere versorgt und kommen erst von dem etwas weiter entfernten Stall. Dann geht es aber los. Gerda und Gerhard Vogel begrüßen uns herzlich auf ihrem Hof und wir schauen uns alles auf einem Rundgang an. Mit dabei ist der Hofhund Idefix.

Unsere erste Station ist die Hecke am Dorfausgang Richtung Norden. Herr Vogel erklärt uns, welchen Einfluss Hecken und Waldgruppen auf das Mikroklima haben und wie beispielsweise der Wind abgelenkt wird, der ansonsten ungehindert den Boden erodiert. Außerdem bieten Hecken Unterschlupf für viele Lebewesen. Da es sehr kalt war, konnten wir hautnah erleben, was es bedeutet, wenn der Wind ungehindert um die Ohren pfeift.

Der große Stall, der in unmittelbarer Nähe lag, war unsere nächste Anlaufstelle und wir konnten uns wieder aufwärmen. In dem Stall lebt eine Rinderherde mit Kälbern,  Mutterkühen, Jungtieren und einem Stier. Der Stier protestierte sogleich mit lautem Gebrüll, als wir seinen Stall betraten. Herr Vogel meinte nur, dass wir uns langsam bewegen und uns ruhig verhalten sollten, dann werden wir akzeptiert. Und so war es dann auch. Nach einiger Zeit fraßen die Kühe entspannt weiter und auch der Stier wurde ruhig. Die Rinderherde lebt dort in einem sogenannten Offenstall, in dem sie frei laufen können, lediglich der Stier und die Kälber leben in eigenen kleinen Ställen.

Nach der Führung durch den Stall ging es zurück zum Haupthof in den Hofladen, wo es Tee und Vesper gab. Nach der Stärkung teilten wir uns in Gruppen auf. Eine Gruppe kümmerte sich um die Pferde, eine baute einen alten Weidezaun ab. Wieder eine andere versorgte die Kälber. Eine Gruppe ging in die Backstube und eine räumte einen Futterraum im Stall auf.

So verging die Zeit im Nu und es war bald Mittag. Da gab es die frisch gebackenen Laugenbrötchen und Zimtschnecken. Wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Heimweg zur Kastell-Realschule.

Dienstag, 20. März

Der Dienstagmorgen begrüßte uns mit Sonnenschein, etwas laueren Temperaturen und weniger Wind. Da wir den Hof nun kannten teilten wir uns gleich morgens in verschiedene Arbeitsgruppen auf. Eine größere Gruppe sollte die große Hecke schneiden und aufräumen. Eine Gruppe kümmerte sich um das Mittagessen und eine Gruppe wieder um die Pferde und Hasen.

An der Hecke sollten die Äste, die auf die Straße ragten, abgesägt, zerkleinert und in der Hecke verteilt werden. So bauten wir kleine Haufen aus Ästen, die später zusammen mit dem Laub Unterschlupfmöglichkeiten für Hermeline, Igel, Mäuse und sonstige Kleintiere bieten sollen. Während der Arbeiten erklärte Herr Vogel uns immer wieder in kurzen Episoden die Zusammenhänge im Ökosystem Hecke, Wiese und Wald.

Dank der strahlenden Sonne wurde es an dem winterlichen Tag angenehm warm. Als die Hecke geschnitten und aufgeräumt war, ging es nochmal in den Stall, um das in der gestrigen Nacht geborene Kälbchen zu besuchen. Vor dem Mittagessen besuchten wir noch die Wollschweine, die auch Nachwuchs bekommen haben.

Am Haupthof angelangt, bereiteten wir Tische und Bänke im Freien vor. Es gab Gemüsesuppe und als Zugabe selbstgemachte Pommes. Gesättigt verabschiedeten wir uns von Gerda und Gerhard Vogel und machten uns wieder auf den Rückweg.

Zwei schöne und erfahrungsreiche Tage lagen hinter uns. Wenn sich eine Gelegenheit bietet, werden wir gerne nochmal auf dem Hof vorbeischauen!