Drittortbegegnung

18.12.2019 - Sylvia Hüneke

Drittortbegegnung der „Franzosen“ im Dreiländereck

Ob man sich nach vier Monaten Französischunterricht wirklich schon mit „echten“ französischen Schülern unterhalten kann? Die deutschen Schüler wollten es ausprobieren. Und so trafen sich die „Franzosen“ der deutschen Sechstklässler vom 9. bis 11. Dezember 2019 in der Jugendherberge Lörrach mit 30 gleichaltrigen französischen Schülern.

So ganz unbekannt waren sich die Schüler des Collège la Sidoine und der Kastell-Realschule nicht, denn sie tauschten bereits in den letzten Monaten ihre „Steckbriefe“ aus. So erkannten sie dann auch gleich den einen oder anderen Partner wieder. Damit sich alle schnell richtig kennen lernen konnten, nahmen alle in nationengemischten Gruppen an einer Waldrallye teil, die sie bis an die Schweizer Grenze führte. Einen Grenzbeamten sahen sie allerdings nicht, dafür ein Schild, das das Betreten der Schweiz ohne Pass untersagte! Ob man trotzdem ein paar Schritte rüber gehen kann?

Auch in der Jugendherberge hörten das Kennenlernen und Kommunizieren nicht auf. Der erste Abend war prall gefüllt mit Spielen, bei denen unsere Schüler ihre Französischkenntnisse anwenden konnten. Wenn das zu schwierig war, behalfen sich die Schüler mit den berühmten „Händen und Füßen“ oder auch mit Englisch.

Am zweiten Tag stand das Dreiländer-Museum auf dem Programm. Museum – das klingt erstmal langweilig, war dann aber doch sehr lebendig und interessant. Es handelte sich nämlich um ein Mitmachmuseum, bei dem die Tandems aus Franzosen und Deutschen gemeinsam Aufgaben rund um Frankreich, Deutschland und die Schweiz lösen durften. So konnte man sich als französischer Bäcker mit Baguette fotografieren lassen oder erfuhr mit Hilfe von Murmeln, wie sich die Fließgeschwindigkeit des Rheins nach der Renaturisierung drastisch verlangsamte.

Auch der Besuch der Stadt Lörrach und natürlich des Weihnachtsmarkts waren in eine Rallye verpackt und so kam neben Einkäufen in den allen bekannten Läden auch das weihnachtliche Feeling nicht zu kurz.

Am Nachmittag fuhren die Schüler dann noch mit dem französischen Bus (in dem man übrigens grundsätzlich nichts essen oder trinken darf!) nach Weil-am-Rhein zur Dreiländerbrücke. Diese Fußgängerbrücke führt über den Rhein nach Frankreich. Und plötzlich war alles französisch! Wie toll ist denn das!

Der letzte Abend war dann noch vom Ausfüllen des „journal de bord“, einer Art Tagebuch, dem Basteln von Sternen und dem Spiel mit dem Master Mind voll ausgefüllt. Es wird nicht verraten, ob die Franzosen oder die Deutschen dabei gewonnen haben 😊

Nach drei erfüllten Tagen kehrten die deutschen Schüler am Freitagnachmittag wieder nach Welzheim zurück. Der Abschied von den Franzosen fiel schwer, aber Kontaktdaten wurden ausgetauscht und sowieso sieht man sich ja in zwei Jahren beim Austausch wieder! Das wird „megacool“!