Konzentrationslager

18.11.2019 - Peter Beck

Studienfahrt nach Dachau 2019

Die Konzentrationslager im Dritten Reich sind heute Symbole für den 12-jährigen Faschismus im nationalsozialistischen Deutschland sowie deren unbeschreiblichen Grausamkeiten.

In Dachau wurde das erste Konzentrationslager im Dritten Reich errichtet. Es diente in den Folgejahren als Musterbeispiel für andere Lager, die nach demselben Prinzip organisiert wurden. Darin liegt auch die besondere Bedeutung des Dachauer Konzentrationslagers.

Ursprünglich errichtet wurde das Lager zur Inhaftierung von Kommunisten, Sozialdemokraten und anderen politischen Staatsfeinden. Tatsächlich inhaftiert waren neben Angehörigen der jüdischen Religion auch Polen, Russen, Ungarn, Deutsche, Franzosen, Italiener, auch Knaben im Alter von 12 bis 15 Jahren, sogar 7-Jährige saßen in diesem Lager ein.

Eine große politische Dimension hatte die Erschießung von 200 russischen Offizieren. Aufgrund dieser Morde brachte das nationalsozialistische Deutschland die sowjetischen Soldaten gegen sich auf mit dem Ergebnis, dass diese erbitterten Widerstand gegen die Deutschen leisteten.

Ein berühmter Gefangener war Georg Elser, der im Bürgerbräu-Keller einen Anschlag auf den Führer verübte. Kurz vor der Detonation der Bombe verließen die NSDAP-Leute den Keller und entgingen so dem Attentat. Schnell fand man heraus, wer der Bombenleger war. Georg Elser wurde inhaftiert und in das Konzentrationslager Dachau verbracht. Bekannt war er dort nicht unter seinem richtigen Namen, sondern dort wurde er „Eller“ genannt.

Kurz vor Ende des Krieges ging im Lager die folgende Anweisung ein: „Bei einem der nächsten Terrorangriffe auf München bzw. auf die Umgebung von Dachau ist angeblich „Eller“ tödlich verunglückt. Ich bitte, zu diesem Zweck „Eller“ in absolut unauffälliger Weise zu liquidieren. Ich bitte besorgt zu sein, daß darüber nur ganz wenige Personen, die ganz besonders zu verpflichten sind, Kenntnis erhalten.“ Wenige Tage vor der Befreiung des Lagers wurde dieser Befehl ausgeführt und Georg Elser liquidiert.

Besonders grausam waren die Menschenversuche, die die Ärzte im „Namen der Wissenschaft“ mit den Gefangenen verübten. Allein bei Malaria-Versuchen starben Hunderte. Eine Art, die Gefangenen zu infizieren, war das Injizieren von Eiter. Akribisch notierten die ärztlichen Assistenten den Krankheitsverlauf bis zum Exitus. Medikamente wurden verabreicht, um deren Wirkung zu testen, die aber selten den gewünschten Erfolg erzielten, nämlich die Gesundung der Menschen.

Kaum an Zynismus zu übertreffen sind auch die Kälteversuche der nationalsozialistischen Ärzte. Beim Abschuss deutscher Flieger über dem Ärmelkanal kamen viele Flieger ums Leben, was das Interesse der Dachauer Ärzte weckte. Sie steckten Inhaftierte des Lagers in mit Eiswürfeln gekühlte Wasserbecken und beobachteten, nach welcher Zeit die Körpertemperatur jeweils um ein Grad sank, bis schließlich der Herztod eintrat.

Allein der Rundgang durch das ehemalige Konzentrationslager war für die Schülerinnen und Schüler der Kastell-Realschule beeindruckend. Verbunden mit dem Besuch des Lagers ist von Seiten der Lehrer immer der Wunsch, dass sich bei den Schülerinnen und Schülern das Bewusstsein für die Chancen einer freien und demokratischen Verfassung verfestigt.

Wenn das der Fall sein sollte, dann hat sich die Fahrt allemal gelohnt.