Auschwitz

11.04.2019 - Peter Beck

„Damit so etwas nie wieder passiert …“. 36 Schülerinnen und Schüler der Kastell-Realschule reisten nach Auschwitz.

„Beeindruckend ist die Größe des Konzentrationslagers, am Ort des Geschehens zu sein und zu sehen, was damals dort geschah“, so bringt es Jonas auf den Punkt. Mit großem Interesse verfolgten die Schülerinnen und Schüler die Führungen in den beiden Lagern und konnten nicht glauben, was sie von den beiden Guides alles hörten. Zum Beispiel das Schicksal von Mala, einer jungen jüdischen Frau, die aus Liebe lieber in den Tod ging, als sich von ihrem jüdischen Freund loszusagen oder von dem Häftling, der Zivilkleidung stahl und sie unter seiner Sträflingskleidung trug, um fliehen zu können.

Hängengeblieben sind bei den Schülerinnen und Schülern nicht nur geschichtliche Fakten. „Die Reise ist mehr als die Erkenntnis über das Vergangene“, stellt Inge Bosak fest, eine der Begleiterinnen. Das Nachdenken über das Ausmaß der Grausamkeiten führte zur zentralen Frage dieser Reise: Warum traten damals Menschen die Menschenwürde anderer mit Füßen? Im „Haus der Stille“ artikulierten die Schülerinnen und Schüler am zweiten Abend in beeindruckender Weise ihre Gedanken. Vor allem die Verbrechen des Lagerarztes Josef Mengele, der gesunde Zwillingskinder mit tödlichen Krankheitserregern wie Typhus infizierte, um den Krankheitsverlauf zu beobachten und dabei nicht zurückschreckte, das andere Zwillingskind zu töten, um die Organe vergleichen zu können, packte die Welzheimer Schüler emotional.

Am Ende forderte einer der Schüler seine Mitschülerinnen und Mitschüler auf, einen Kreis zu bilden, um dann an alle Studienfahrer zu appellieren: “Kein Mensch darf ausgegrenzt werden, egal welcher Hautfarbe, Nationalität oder Religion er angehört.“

Sehr informativ fand Noah auch den Stadtrundgang durch Oswiecim mit dem Besuch der ehemaligen Synagoge, in der heute das jüdische Museum untergebracht ist. Einen weiteren Eindruck vom jüdischen Leben wurde den Studienfahrern in Krakau vermittelt. In Kazimierz, dem ehemaligen jüdischen Viertel, leben heute viele junge Menschen, die auf vielfältige Weise die Erinnerung aufrechterhalten und dem Viertel mit seinen Galerien, Straßencafés und Theatern einen besonderen Flair verleihen.   

An allen diesen Stätten findet man Mahnungen gegen das Vergessen, u. a. vom ehemaligen polnischen Papst Johannes Paul II: „Antisemitismus ist ein Verbrechen gegen Gott und die Menschheit“. Noah formuliert diesen Gedanken mit seinen eigenen Worten: „Man sollte sich das ansehen, damit so etwas nie wieder passiert.“