Besuch vom Landtag

21.01.2019 - Beate Flemming

„Das Interesse an Demokratie ist nicht vererbbar“

„Bringt das Diesel-Fahrverbot überhaupt was?“- „Warum werden Frauen schlechter bezahlt als Männer?“ - „Ist Politiker ein Traumberuf?“ - „Sollte man Cannabis legalisieren?“ Die Neunt- und Zehntklässler der Kastell-Realschule haben viele Fragen an die Politiker und deshalb hatten sie diese auch eingeladen.

Vergangenen Freitag war es dann so weit: Landtagsvizepräsidentin Sabine Kurtz fuhr mit Fahrer und Limousine vor und brachte die beiden Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Backnang mit: Wilfried Klenk (CDU) und Staatssekretär im Innenministerium von Baden-Württemberg und Gernot Gruber (SPD). Weil das Interesse so groß war, fand die Veranstaltung gleich in der Eugen-Hohly-Halle statt, die die insgesamt 170 Gäste problemlos aufnehmen konnte und eine würdige Kulisse für den hohen Besuch bot.

Noel Lehar begrüßte und bezauberte Gäste wie Zuhörer mit seiner Querflöte. Nach einer kurzen Einleitung von Herrn Beck ging dann das Mikrofon erst einmal an die Landtagsvizepräsidentin, die von ihrer Arbeit im Parlament berichtete und immer wieder an die Schülerinnen und Schüler appellierte, sich für Politik zu interessieren. „Das Interesse an Demokratie muss sich jede Generation selber erarbeiten, das ist nicht vererbbar“, sagte sie. Genauso wichtig sei das Verständnis: Wenn eine Abstimmung so ausgeht, dass 51 Prozent für eine Sache stimmen und 49 Prozent dagegen, dann reiche es nicht zu sagen, die 49 Prozent hätten eben „Pech gehabt“. In so einem Fall sei es sehr wichtig, den Konsens zu suchen und das bedeutet: „man muss kompromissbereit sein!“

Nach der Vorstellung brannten die Kastell-Realschüler darauf, ihre Fragen loszuwerden. Die anfängliche Schüchternheit legte sich schnell und bald waren die Schülerinnen und Schüler nicht mehr zu bremsen. Besonders die Antworten der Abgeordneten, auch wenn sie nicht immer gefielen (Klenk: „Cannabis: Nein! Denn das ist der Einstieg zu schlimmeren Drogen! Lasst also die Finger davon.“) beeindruckten die Schülerinnen und Schüler. „Ich hätte nicht gedacht, dass die so locker sind“ – „die Zeit ging viel zu schnell rum“ - so zwei der vielen Meinungen.

Am Dienstag fahren die Zehner der Kastell-Realschule zum Gegenbesuch an den Landtag nach Stuttgart. Da, so hoffen sie, können sie dann beim Abgeordnetengespräch die restlichen Fragen loswerden.