Frankreich

17.12.2018 - Sonja Schulz

Drittortbegegnung der „Franzosen“ in Lörrach

Kann man sich nach vier Monaten Französischunterricht wirklich schon mit „echten“ französischen Schülern unterhalten? Mit ein paar Hilfestellungen geht das schon ziemlich gut!

In Lörrach trafen Anfang Dezember 30 deutsche Sechstklässler auf 30 gleichaltrige französische Schüler. So ein Treffen an einem dritten Ort, dieses Mal in der Mitte von Lyon und Welzheim, hat den Vorteil, dass beide Gruppen nicht so weit fahren müssen.

Lörrach ist eine Stadt im Dreiländereck, wo Deutschland, Frankreich und der Schweiz aneinandergrenzen.

Ganz unbekannt waren sich die Schüler vom Collège la Sidoine und der Kastell-Realschule nicht. In den letzten Monaten haben die Lehrerinnen mit ihren Schülern einen Briefaustausch geführt, bei dem natürlich auch Fotos verschickt wurden. So erkannten die meisten Schüler „ihren“ Partner oder „ihre“ Partnerin schnell. Damit sich alle schnell kennen lernen konnten, nahmen alle an einer Waldrallye teil, die die gemischten Gruppen (zwei Franzosen und zwei Deutsche) bis an die Schweizer Grenze führte. Dort standen natürlich keine Grenzbeamten, die Pässe sehen wollten, sondern ein Schild.

Auch in der Jugendherberge hörte das Kennenlernen und Miteinander-Kommunizieren nicht auf. Es gab gemischte Zimmer, das heißt, dass sich immer zwei Deutsche und zwei Franzosen ein Zimmer teilten.

Der Abend war prall gefüllt mit Spielen, bei denen unsere Schüler ihre Französischkenntnisse anwenden konnten. Und wenn das mal zu schwierig war, behalfen sich die Schüler mit Englisch oder Gestik und Mimik.

Am zweiten Tag stand das Dreiländer-Museum auf dem Programm. Was langweilig klingt, war sehr lebendig. Es handelt sich um ein Mitmachmuseum, bei dem die Tandems aus einem Franzosen und einem Deutschen gemeinsam Aufgaben rund um Frankreich, Deutschland und der Schweiz lösen müssen.

Auch die Besichtigung der Stadt Lörrach und des Weihnachtsmarkts waren in ein Stadtspiel verpackt, so dass die Ziele der Ausfahrt, das gegenseitige Kennenlernen und viel Reden in der Fremdsprache, garantiert waren.

Am Nachmittag konnten die Schüler zu Fuß von Deutschland über die Dreiländerbrücke in Weil am Rhein nach Frankreich laufen. Plötzlich waren alle Schilder in französischer Sprache!

Am letzten Abend konnten die Schüler wieder an vielen vorbereiteten Aktionen teilnehmen, so dass sich schon erste Freundschaften entwickelten. Vielleicht sehen sich die Schüler ja wieder, wenn in zwei Jahren der Schüleraustausch stattfinden wird, bei dem sie sich in den jeweiligen Partnerstädten besuchen.

Und wie fanden unsere Sechstklässler die Ausfahrt? Miri fand es cool, die 17 Stockwerke des Rathauses in Lörrach nach oben zu fahren. Was für eine Aussicht! Und dass man in den Zimmern die anderen fragen konnte, was zum Beispiel Gute Nacht, Bonne Nuit, heißt. Emma war begeistert von der Dreiländerbrücke. Dass man auf einer Fußgängerbrücke drei Länder in greifbarer Nähe hat, das ist schon was. Und Noel hatte Bedenken wegen der Sprache und der französischen Schüler. Am Ende war alles statt „megakompliziert“ einfach nur „meganett“!