Klasse 9a

02.02.2017 - Rudolf Haas

Besuch des Heizkraftwerks Altbach-Deizisau der ENBW

Am Dienstag, 24.01.2017 besuchten die Neuner der WRS zusammen mit Frau Luther und Hr. Haas eines der modernsten Heizkraftwerke Europas, das Steinkohlekraftwerk der ENBW in Altbach-Deizisau.

Nach unserer Ankunft zeigte uns Frau Petersch von der ENBW im Informationszentrum zunächst einen Film über alternative Energiearten. Sie ging anschließend auf die Problematik ein, dass in Süddeutschland früher auf die Kernkraft gesetzt wurde. Heute setzt man mehr auf erneuerbare Energiequellen. Allerdings wird Windkraft vor allem in Norddeutschland produziert. In Süddeutschland, wo der Strom vor allem von der Industrie gebraucht wird, gibt es zu wenig Windkraft. Weil nicht immer gleich viel Windenergie oder Sonnenenergie verfügbar ist, müssen für eine sichere Stromversorgung Kohlekraftwerke vorhanden sein. Zusätzlich muss, so Frau Petersch, eine Stromleitung von Norddeutschland nach Süddeutschland gebaut werden. Da an diesem Tag eisige Kälte herrschte, produzierte das Kraftwerk unter Volllast Strom und Fernwärme. Die Kälte an diesem Tag verursachte auch zusätzliche Probleme für den Betreiber:

Problem Nr. 1: Da der Neckar zugefroren war, konnte man die Steinkohle, die aus den USA, Russland und Australien stammt, nicht mehr per Neckarschiff, sondern nur per Eisenbahn antransportiert werden. Die importierte Kohle ist trotz langer Transportwege wesentlich billiger als die deutsche Steinkohle. Eine Tonne Kohle aus dem Ausland kostet ca. 65 € inklusive Transportkosten. Die deutsche Kohle kostet etwa das 2,5-fache dieses Preises. Der Preis für die Steinkohle ist natürlich für die Betreiber sehr wichtig, immerhin benötigt das Kraftwerk ca. 260 Tonnen Steinkohle pro Tag!

Problem Nr. 2: Bei der Kälte verbackt die Steinkohle in den Waggons und rieselt beim Entladen nicht von alleine aus den Waggons. Deshalb mussten die Waggons aufgewärmt werden.

In einem Theorieteil erfuhren wir, dass die Energieeffizienz des Kraftwerks durch die Auskopplung von Fernwärme gesteigert wird. Außerdem erfuhren wir, dass sehr viel Geld für die Rauchgasreinigung ausgegeben wird. Schließlich müssen Stickoxide, Schwefeldioxid und Feinstaub aus dem Rauchgas gefiltert werden, bevor die Abgase über den 250 m hohen Kamin (der somit das höchste Bauwerk in Baden-Württemberg ist) an die Umwelt entlassen werden.

Am spannendsten war natürlich der anschließende Rundgang durch das Kraftwerk. Wir besichtigten den Hybridkühlturm, die Kohlemühlen, das ca. 80 m hohe Kesselhaus (in dem ca. 260 km Wasserrohre verlegt sind), den Kamin, das Maschinenhaus und die Leitstelle. Hier wurde von Frau Petersch betont, dass alle europäischen Kraftwerke darauf achten müssen, dass die Umdrehungsgeschwindigkeit der Generatorwelle immer exakt 3000 Umdrehungen pro Minute beträgt. Bei dieser Umdrehungszahl beträgt die Frequenz des Wechselstroms exakt 50 Hertz.

Nach unserem Rundgang traten wir die Rückreise nach Plüderhausen an. Jeder Teilnehmer der Exkursion hat nun eine hoffentlich bleibende Vorstellung davon wie aus Kohle Strom gemacht wird und weiß wo der Strom her kommt.

Rudolf Haas