Hollandaustausch

13.12.2019 - Regine Nasser

Ereignisreiche Austauschwoche mit Holland

„Beyond the limits“ – so lautete das Motto, dem sich vergangene Woche 24 Schüler der neunten Klassenstufe der Hohbergschule im Austausch mit holländischen Schülern stellten. Bereits zum zweiten Mal reisten Schüler aus Silvolde zusammen mit ihren Lehrern zum Austausch nach Plüderhausen.

Was sind meine Grenzen? Was fällt mir schwer? Kenne ich meine Komfortzone? – Über diesen Einstieg sollten sich alle Teilnehmer zunächst einmal dem Thema nähern. Jegliche Kommunikation untereinander sollte in englischer Sprache stattfinden. Die begleitenden Lehrerinnen Frau Bühler und Frau Nasser hatten sich im Vorfeld einige Gedanken dazu gemacht. Jeder sollte seine Grenzen erkennen und die eine oder andere Erfahrung machen, die er so nie gemacht hätte.

Für alle holländischen Jugendlichen war es das erste Mal, dass sie eine Woche zu Gast bei einer ihnen unbekannten Familie waren. Umgekehrt öffneten die deutschen Familien ihr Zuhause, und manche der Jugendlichen teilten ihr Zimmer mit einem Menschen, den sie noch nie zuvor gesehen hatten.

Beim Klettern und gegenseitigen Sichern in einer Kletterschmiede wurde zunehmend Vertrauen gefordert und gefördert. Die Angst vor Höhe war für den einen oder anderen ebenfalls eine große Herausforderung. Sich überwinden, seine Grenzen sehen, aber durch Ermutigung vielleicht auch etwas wagen: Die Chance nutzen, um über seine Grenzen hinauszugehen.

Beim Besuch des Mercedes-Benz-Museums sollten die Schülerinnen und Schüler herausfinden, mit welchen Herausforderungen Gottlieb Daimler und Carl Benz sich im Laufe ihres erfolgreichen Arbeitslebens konfrontiert sahen. Auch bei der Führung durch die Mercedes-Benz Arena lag der Fokus auf Herausforderungen: Wie kann es zum Beispiel gelingen, den Traum Fußballprofi zu werden, zu verwirklichen.

In kleinen Gruppen mussten die deutschen und holländischen Jugendlichen dann an einem weiteren Tag in der Sporthalle so manche „Challenge“ gemeinsam meistern – zum Beispiel beim „Elektrozaun“ mussten alle Mitglieder über eine Reckstange gelangen, die bei einer Höhe von 1,20 m hing. Sie durfte nicht berührt werden und Hilfsmittel gab es nicht. Absprechen, vertrauen, halten, sichern, Verantwortung übernehmen … all das und mehr war gefordert und jedes gewechselte Wort stets auf Englisch gesprochen.

Bei einem Tanz-Workshop mit Marc Hertweck von der Tanzschule Beier kamen die meisten Schülerinnen und Schüler dann an ihre körperlichen und konditionellen Grenzen – Jumpstyle stand auf dem Programm! Bei dieser Art zu tanzen ist der Beat der Technomusik bei 140 Schlägen pro Minute. Das gemeinsame Erfolgserlebnis war so begeisternd, dass die Schüler am Abschlussabend, der gemeinsam mit den Gastfamilien stattfand, spontan einen Auftritt auf der Bühne der Aula hinlegten.

Welchen Nutzen hatten nun die Teilnehmer dieses Austausches? Das Selbstvertrauen wuchs, Ängste wurden erkannt und zum Teil überwunden, denn Herausforderungen sind keine Limits, sie sind Chancen sich zu bewähren und über sich hinauszuwachsen. Letztendlich haben sich die Beziehungen der Jugendlichen zueinander vertieft, sprachliche Barrieren wurden gemeistert. Es lohnt sich immer sich aus seiner Komfortzone zu begeben. Wer weiß, vielleicht findet man dadurch Freunde fürs Leben – und das über Ländergrenzen hinweg!